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Hallescher FC 2 - Naumburger SV 3:1 (0:1) | 02.06.2007 Drucken

Verbandsliga Sachsen-Anhalt / Stadion Böllberger Weg (80 Zuschauer)

Die erste Etappe von Braunschweig nach Magdeburg erwies sich als harte Probe, da man den Zug dem ganzen verlumpten Pauli-Gesindel teilen musste. Schade, dass ich kein Bettler-T-Shirt an hatte. Warum dieses Pack sich in Braunschweig fröhlich auf dem gesamten Bahnhof herumtreiben darf, während die Anhänger sonstiger Vereine beim Umsteigen direkt von einem auf den anderen Bahnsteig „geleitet“ werden, weiß nur die Staatsmacht. Die Weiterfahrt nach Halle verlief umso entspannter und nach kurzen Irritationen fanden wir dann auch die Richtige Straßenbahn zum Böllberg.
„Heruntergekommen“ würde als Beschreibung für dieses Stadion nicht mehr ganz ausreichen. Das Geläuf wird umrahmt von bedrohlich nach vorne geneigten Betonstufen, auf denen sich hin und wieder ein paar Sitzgelegenheiten befinden. Der Zaun um das Gelände ist zu Teil schon so vergammelt, dass er offensichtlich nur noch von den angrenzenden Bäumen gehalten wird. Insgesamt tummelten sich um die 80 Zuschauer auf den maroden Rängen. Sie bekamen unterhaltsamen Kick zu sehen, in dem die Gäste aus Naumburg in der ersten Halbzeit das vielleicht nicht bessere, aber glücklichere Team waren. Durch unnötigeFehlpässe und Ungenauigkeiten im Spiel ermöglichte man den Gästen mehrere Chancen, von denen eine schließlich zur verdienten 1:0 Pausenführung verwertetwerden konnte. Von den Rängen gab es nun doch einige herrliche Unmutsäußerungen, welche schriftlich auf hochdeutsch leider nicht wiedzugeben sind. In der Pause hingen dann die meisten Hallenser am Radio oder am Telefon um das Ergebnis der Magdeburger Rivalen im Aufstiegsendspiel gegen St. Pauli zu erfahren. Der FCM vergeigte die Möglichkeit des Durchmarschs aus der Oberliga in die Zweite Bundesliga, was zu regelrechten Freudentänzen führte. Schadenfreude ist eben noch die schönste Freude.
In der zweiten Halbzeit wollte dann wohl auch die eigene Mannschaft den Anhängern etwas Gutes tun und drehte das Spiel um. Dreimal musste der äußerst gut aufgelegte Naumburger Keeper hinter sich greifen und damit war der Abstieg der Gäste dann wohl auch besiegelt. Auf dem Rückweg mussten wir wieder in Magdeburg umsteigen, wo die Polizei wild durcheinander kontrollierte. Man benötigte innerhalb (!) des Bahnhofs einen Fahrschein um auf die Toilette durchgelassen zu werden. Ob man „Reiseabsichten“ habe war eine weitere dämliche Frage. Über dem ganzen kreiste dann noch unablässig ein Helikopter der Polizei. Aber auch diesen Schwachsinn ließ man über sich ergehen und mit ein paar Minuten Verspätung ging es dann irgendwann mit dem Zug nach Braunschweig, wo man um halb 9 eintraf.

 
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