Das verlängerte Fußballwochenende sollte heute mit Sachsen-Anhalt-Derby seinen Schlusspunkt finden. Gemeinsam mit Giovanne und Udo ging es an die Saale. Zum -letzten Spieltag der Oberliga-Nordost empfing der Hallesche FC den FC Magdeburg. Obwohl es bei diesem Spiel um nix mehr ging (der FCM hatte in der Vorwoche den Aufstieg in die Regionalliga klargemacht) war der Zuschauerzuspruch trotzdem recht hoch. Aus der Landeshauptstadt hatten sich gut 2.500 Anhänger auf den Weg gemacht, um sich selbst und den Aufstieg zu feiern. Die Sicherheitsorgane fürchteten wer weiß was und verwandelten Halle optisch in einen Polizeistaat. Eine Wanne nach der anderen und unzählige Mannen von der Knüppelgarde füllten die Straßen rund um das Kurt-Wabbel-Stadion. Da das wohl noch nicht teuer genug war, ließ man noch stundenlang einen Helikopter über der ganzen Szenerie kreisen.
Am Kassenhäuschen dann der nächste Klopfer: An jedem Häuschen hing für jedermann sichtbar eine Liste, auf der namentlich diverse Personen mit Stadionverbot aufgeführt waren. Hier scheint man den Datenschutz auch sehr groß zu schreiben. Wir entschieden uns für Sitzplätze und nach einem Besuch auf Feuchtbiotop (die Toiletten renovierungsbedürftig zu nennen wäre eine Untertreibung) bezogen wir unsere Sitzplätze auf der Haupttribüne. Nur ein kleiner Teil der Plätze ist überdacht, im Rest des schönen alten Grounds ist man den Naturgewalten ausgeliefert. Das konnte einem aber heute egal sein, denn im Gegensatz zu den vorhergehenden Tagen schien heute sogar mal die Sonne. Zum Spielbeginn gab es auf Hallenser Seite ein Transparent, welches kritisch Bezug auf die Vorgehensweise der örtlichen Sicherheitsbehörden nahm. So wurde z.B. im Vorfeld etlichen Personen willkürlich „Stadtverbot“ erteilt. Die Partie war dafür, dass es um nichts mehr ging recht unterhaltsam und ansehlich. Der Support war auf Magdeburger Seite zumindest im ersten Abschnitt eindeutig besser und auch ohne Dach sehr schön zu hören. Als dann ein Böller der Gästekurve explodierte, begannen Unmengen von behelmten Truppen mit einem formierten Aufmarsch. Bei dem Anblick bekam man den Eindruck, als würde gleich die Ankunft des Imperators bevorstehen. Ein wenig Rauch gab es dann auch noch und das eine oder andere Bengalo wurde auch gesichtet.
Da ließen sich die Hallenser nicht lumpen und brannten in der 2 Hälfte ordentlich schwarzen Rauch ab und stürmten auf ihren Zaun. Dies veranlasste wiederum die Grünen, in den Block zu stürmen, wo es dann wohl zu ein paar Schubsereien kam. Anschließend ließ man sich aber nicht vom Singen abbringen und war nun auch sehr gut zu hören. Akustisch ging die 2. Halbzeit eindeutig an die Hallenser.
Das Spiel endete 0:0 und wir machten uns über verstopfte Autobahnen auf nach Braunschweig, wo wir um 19h aufschlugen.