Oberliga Nord / Sportplatz Rupprechtplatz Hamburg (350 Zuschauer)
Irgendwie musste man ja die letzten 24 Stunden bis zum alles entscheidenden Aufstiegspiel der Eintracht am morgigen Samstag rumkriegen. Was bot sich da Besseres an als ein erneuter Abstecher in die Oberliga Nord, deren kompletter letzter Spieltag für den heutigen Freitagabend angesetzt war. Herr Mehner machte den Fahrer und außer mir waren noch Simon und der Teamchef mit an Bord. Letzterer hatte kurz vorm Einsteigen noch die Verkehrsmeldungen im Radio gehört und war schon übernervös, dass es eng werden könnte. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir allerdings noch 4 Stunden Zeit. Allerdings entschieden wir und trotzdem für die B4, da auf Stau auch keiner Bock hatte. Allerdings verlief die Fahrt auf der Bundesstraße irgendwann auch nur noch mit Tempo 30. Nach einigen Überholmanövern war die Ursache auch schnell ausgemacht. Ein Bundeswehrkonvoi musste natürlich ausgerechnete am Freitagnachmittag die Straße blockieren. Was für eine Provozion!!
Gegen 18h passierten wir dann aber doch die Brücken am Rande der Hansestadt und dank Navigationssystem schlugen wir eine Stunde vor Spielbeginn an der „Barmbek Anfield“ auf. Der Parkplatz und das Umfeld erinnern ein wenig an Schrottplätze in amerikanische Krimi-Serien, wenn ihr wisst was ich meine :-)
Der Ground selbst hielt aber, was ich mir versprochen hatte. Nur der Rasen hat seine besten Tage wohl schon seit Jahren hinter sich. Hinter dem einen Tor befindet sich das sehr gemütliche Vereinsheim, in dem es auch eine empfehlenswerte Currywurst gibt. Die beiden Geraden sind ausgebaut, wobei die eine Seite zu 2/3 mit 6 Reihen Schalensitzen bestückt wurde. Daneben hat der bekannte Barmbeker Pöbel direkt vor der Wurst/Bier-Bude sein (Stehplatz-)Heimat. Hinter dem anderen ist die Tribüne nur zur Hälfte ausgebaut. Hier befand sich zumindest am heutigen Abend der Gästeblock, in dem sich über 30 Meppener einfanden. Mittendrin trafen wir auch auf Kojak, der noch damit beschäftigt war seine diversen Fahnen aufzuhängen.
Zur Ausgangssituation: Die Gastgeber, der HSV Barmbek-Uhlenhorst stand bereits als Absteiger in die Verbandsliga HH fest, und für die Gäste aus dem Emsland war es noch möglich, mit einem Sieg am heutigen Abend und einer gleichzeitigen Niederlage des SV Wilhelmshaven beim der Zweiten des FC St. Pauli auf den zweiten Platz in der Oberliga Nord vorzurücken. Dafür hätte man sich allerdings nichts kaufen können, denn bekanntermaßen steigt nur der Erstplatzierte auf, und diesen Platz an der Sonne hatten sich bereits vorzeitig die Kickers aus Emden gesichert.
Das Spiel einen Verlauf, wie man ihn sich als Meppener nicht besser hätte wünschen können. Erst flog ein Spieler des SV vom Platz und dann ging man dennoch kurz vor der Pause mit 1:0 in Führung. Der anschließende Jubel der Mitgereisten Emsländer war der bereitstehenden Knüppelgarde unverständlicherweise zu ausgelassen und so musste man keulenschwingenderweise gleich mal einen dicken Max machen. Einfach nur peinlich. Nach der Pause plätscherte das Spiel dann so vor sich hin und die Meppener vergaben sogar noch die Chance, durch einen Elfmeter alles klar zu machen. Am Ende reichte es dennoch zum Sieg. Da WHV parallel gegen St. Pauli gewonnen hatte, blieb allerdings doch nur der dritte Tabellenplatz. Und das mit 74 Punkten. Ganz schön bitter.
Wir beobachteten noch kurz die Feierlichkeiten der Barmbeker Fans, die Ihren Spielern noch ausgiebig für die zurückliegende Saison in der Riesenoberliga Nord dankten. Die Rückfahrt verlief leider auch nicht ganz so zügig, da wir mal wieder in ein Riesenunwetter gelangten und auf der Bahn teilweise mit Tempo 30 vor uns hinzuckeln mussten. Später kehrten wir noch auf der Geburtstagsparty von Wölfchen ein, wo man sich mit diversen Bierchen die nötige Betteschwere für die letzte Nacht vor dem entscheidenden Spiel der Eintracht holte.