Übersicht arrow Groundhopping in D arrow Berlin arrow 1.FC Union Berlin - Eintracht Braunschweig 2:2 (0:2) | 08.03.2008
1.FC Union Berlin - Eintracht Braunschweig 2:2 (0:2) | 08.03.2008 Drucken
25. Spieltag / Regionalliga Nord / Alte Försterei (9.596 Zuschauer)

Nachdem ich in Babelsberg noch aussetzen musste, stand mit dem Kick bei Union Berlin auch für mich das erste Auswärtsspiel nach der Winterpause auf dem Programm. Dazu beging der junge Fotograf auch noch seinen 18. Geburtstag, wodurch die Getränkeversorgung gesichert war.
Gesteuert wurde der Ballerbus heute von Nadine, welche uns schnell und sicher nach Köpenick kutschierte und mit viel Glück wurde sogar ein Spitzenparkplatz in Sichtweite der Alten Försterei ergattert. Die Gästekurve war auch bei dem heutigen Gastspiel wieder äußerst gut gefüllt. Es war zwar nicht so voll wie 2003, aber es war schon nett anzusehen. Die Masse versprach allerdings nicht unbedingt auch Klasse. Es gab genug Deppen, die sich ernsthaft über den Zustand des Stadions beschwerten und dass die Arena in München ja viel geiler wäre. Die gleichen Leute meinen auch, wir brauchen eine Löwenarena in Braunschweig.
Der Zustand der AF ist allerdings in der Tat gerade ein aktuelles Thema bei Union, da das Stadion momentan lt. DFB-Vorgaben weder für die zweite noch die dritte Liga taugt. Eine Sanierung ist nicht in Sicht, da das chronisch klamme Berlin keinen Cent dafür erübrigen kann oder will. Vor und während des Spiels gab es diverse Aktionen, die auf diese Problematik hinwiesen. Ich hoffe, dass sich in dieser Sache etwas tut, denn ein Verlassen der AF wäre ein herber Verlust. Die derzeitige Vereinsführung würde offenbar sogar einen Abstieg in Kauf nehmen, bevor man an eine andere Spielstätte ausweicht. Ein hoher Preis für Traditionserhalt werden viele sagen, aber ich kann es z.T. nachvollziehen.
Der BTSV zeigte heute erneut eine ansprechende Leistung und knüpfte an die bisherigen guten Leistungen in der Rückrunde an. Zur Pause führte man durch zwei schön heraus gespielte Treffer beim Tabellenführer mit 2:0. Die gute Bilanz an der Alten Försterei (2 Siege, ein Unentschieden) schien also nicht in Gefahr. Aber Eintracht ist nun einmal Eintracht und nach der Pause sah man ein komplett anderes Spiel. Die Supergraupe Heun traf natürlich zum Anschlusstreffer („Ausgerechnet Heun“ würde man wohl im TV sagen). Nicht genug, nach einem unnötigen Ballverlust und anschließendem Foul von Pfitzner gab es einen Elfmeter für Union und schon begann die Partie von vorne. Eintracht war nun völlig von der Rolle und mit Not überstand man die unzähligen Angriffe der Köpenicker, welche nun natürlich die zweite Luft hatten. Nach und nach festigte sich der BTSV aber wieder und das Unentschieden wurde über die Zeit gerettet. Angesichts der beiden völlig unterschiedlichen Spielhälften war das Resultat absolut gerecht, aber irgendwie hatte man doch 2 Punkte verloren, obwohl man einen gewonnen hatte und damit sogar auf 4 Punkte an Platz 10 heranrücken konnte.
Die Stimmung war heute desolat, obwohl man mit der Menge an Leuten sicherlich ordentlich hätte Dampf machen können. Der Graben zwischen den ultraorientierten und den „Normalfans“ ist mittlerweile ein gepflegter Canyon und ich fürchte, daran wird sich auch sobald nichts ändern. Irgendwie waren aber gerade heute beide Seiten schuld. Ich kann mich nur den Worten eines Mitfahrers anschließen: „Hätten die ihre Kraft mal nicht aufs Pöbeln sondern aufs Singen verwendet.“. Schade!

 
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